Simplicity
MEET ME IN THE DARKROOM!
wichtig ist nicht, besser zu sein als alle anderen.
wichtig ist, besser zu sein als du gestern warst.
WORLD PRESS PHOTO AWARD 2011

photography by Jody Bieber; 1st prize, single image, category: portrait

 

Musik: Somnus - Yoko Shimomura

 Noch kurz bevor ich nach Nürnberg kam, habe ich mir die Ausstellung des diesjährigen World Press Photo Award angeschaut und ich war so beeindruckt, dass ich mir gleich den Katalog dazu kaufen musste. Solche starken Bilder und solche ergreifende Geschichten sieht man nicht alle Tage. Ich weiß nicht, ob ich der einzige bin, dem die Fotografien so an die Substanz gingen, aber auch auf meiner Mitbewohnerin haben sie anscheinend Eindruck hinterlassen.

Der World Press Photo Award kann man mit den Oskar für Pressefotografen und Bildjournalisten vergleichen. Selbst eine Drittplatzierung stellt einen Ritterschlag dar. Es gibt mehrere Kategorien; von "People in News", "Contemporary Issues" bis hin zu "Spot News", "Daily Life", "Sports" oder "Arts and Entertainement" werden alle wichtigen Aspekte der Pressefotografie abgedeckt. Zudem wird unterteilt zwischen Einzelfotos und Serien.

Die ausgewählten Bilder sind nicht nur für Fotografen äußerst interessant, sondern sollten jeden etwas angehen. Sie bilden einen Querschnitt des letztjährigen Weltgeschehens und machen uns auf Geschehnisse aufmerksam, über die sonst niemand berichten würde.

Es ist auch eine Plattform, die die Leistung und Arbeit der Pressefotografen würdigt; in den Magazinen, wo die jeweiligen Fotos sonst veröffentlcht wurden, tritt der Fotograf als solcher in den Hintergrund, ist schier unsichtbar und wird höchstens namentlich irgendwo klein am Rand erwähnt. Viele Leute sehen es als Selbstverständlichkeit an, dass die Magazine beeindruckende Fotos in ihren Artikeln begleitend stehen haben. Aber kaum einer Macht sich um den Menschen Gedanken, der in Krisengebiete zieht und sein Leben und das anderer aufs Spiel setzt für die Zeitung am Montag Morgen. Gut, während man durch die Ausstellungsräume zieht, kommen natürlche die üblichen Debatten der Pressefotografien auf, aber letztendlich finde ich, dass jedes dieser eingefangenen Momente erzählt werden musste. Die Fotografen erzählen uns mit ihren Bildern Geschichten, die da draußen in der Welt geschehen und von denen wir keine Ahnung hätten. Manchmal sind es erschreckende Geschichten. Manchmal traurige Momente. Und manchmal sind es einfach schöne Augenblicke. Aber jede dieser Geschehnisse sollte es Wert sein gesehen zu werden und wir sollten nicht gleichgültig die Augen verschließen.

Da wird zum Beispiel von dem Schicksal der jungen Afghanin Bibi Aishe erzählt, deren Mann ihr Nase und Ohren abschnitt, weil sie vor seinen Missbräuchen ins elterliche Heim geflohen ist. (siehe Foto)

Die Folgen der schweren Erdbeben in Haiti sind natürlich ein Thema, genauso wie von den Medien vernachlässigten schweren Überschwemmungen in Pakistan.

Es werden über Cholitas erzählt, bolivianische Wrestlerinnen, über illegale Autorennen in Mexiko, über indische Wanderkinos, über die langjährigen gesundheitlichen Folgen des Gifts "Agent Orange" seit dem Vietnamkriegs oder über das weltweite Phänomen des Couch Surfings als Beispiele.

Wenn ihr neugierig geworden seid, habt ihr die Möglichkeit die Bilder auf der Homepage des World Press Photo Awards anzuschauen:

http://www.worldpressphoto.org/winners/2011

 

Selbstverständlich bin ich gespannt, was ihr von den Fotos haltet. Welche Bilder euch berührt haben, was ihr gut oder schlecht fandet oder was für Gedanken beim durchstöbern euch gekommen sind.

Schaut es euch eingach an!

27.7.11 02:19
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Mad (3.8.11 11:36)
Ich hab mir noch nicht alle angeschaut, aber Aishe kannte ich vorher schon. Das Leben schreibt doch die ergreifendsten Geschichten...

Was ich auch schon kannte ist das von Kasmir Intifada... auch sehr schön.
und agent orange.
und the series of unfortunate events (was übrigens auch der name einer schönen buchreihe ist....)


EG (8.8.11 11:07)
@Mad:
Ja, einige Fotos hat man schon von irgendwo gesehen und schwirren im kollektiven Bildgedächnis herum.
Kashmir Intifada hat mich in der Ausstellung richtig gepackt. So groß aufgezogen hat das Bild und die Story eine unheimlich starke Wirkung.
Wurde die Buchreihe "the series of unfortunates events" auch verfilmt? Mir scheint es so. Übrigens stammt diese Fotoserie von Michael Wolf, von dem Typ hab ich schon mal berichtet. Er hatte das Buch mit den Japanern in der Ubahn herausgebracht.
Grüße

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen